Wandern auf Pilgerwegen

Pilgerweg (c) Friedbert Simon@Pfarrbriefservice
Datum:
Mi. 27. Juli 2022
Von:
Walter Hütten

Ein dichtes Netz von Wanderwegen durchzieht die Eifel. Gekennzeichnet sind sie durch kleine quadratische Schilder des Eifelvereins mit einem Pfeil und einer Ziffer. Vor Jahren sah ich an einem Laternenpfahl auf dem Burgplatz in Untermaubach ein solches Zeichen mit einem schwarzes Dreieck und den Namen „Willibrordusweg (5)“. Zwischenzeitlich wurde dieser Wanderweg umbenannt. Damals führte der Willibrordusweg vom Bahnhof in Kreuzau über Winden, Unter- und Obermaubach und weiter durch die Eifel nach Echternacherbrück. Von dort bestand die Möglichkeit, die Basilika mit dem Grab des heiligen Willibrordus in Echternach zu besuchen. Auf der gegenüberliegenden Rurseite verläuft ein weiterer Wanderweg, der zum Ziel das Grab des Apostels Matthias in Trier hat.

Ein anderer Weg, der auch durch Düren führt, zeigt eine stilisierte Muschel, das Zeichen der Jakobus-Pilger. Dieser Weg, der in Usedom beginnt, führt über Lübeck, Hamburg und Köln nach Aachen und von dort aus weiter nach Santiago de Compostela. Aus ganz Europa zogen im Mittelalter die Menschen zum Grab des Apostels Jakobus (Sant Iago), und somit haben diese Pilgerwege großen Einfluss auf das Zusammenwachsen Europas gehabt. Aachen war in dieser Zeit eine wichtige Etappe auf dem Weg nach Santiago – die Kirche St. Jakob erinnert noch heute daran.

War Jahrhunderte lang der Pilgerweg nach Santiago in Vergessenheit geraten, so erlebte er in den letzten Jahrzehnten eine Renaissance. Bekannt ist Ihnen vielleicht das Buch „Ich bin dann mal weg“. In diesem Buch beschreibt Hape Kerkeling seine Erlebnisse auf dem „Camino de Santiago“. Viele Tausende sind auch in diesen Monaten wieder unterwegs zum Grab des Apostels Jakobus. Heutzutage treffen sich auf diesem Weg nicht nur Menschen aus Europa, sondern aus der ganzen Welt.

Wenn wir auf solchen Wander- und Pilgerwegen unterwegs sind, sollten wir einmal bedenken, dass Wallfahrten in erster Linie der Begegnung mit Gott dienen. Doch darüber hinaus führen Wallfahrten auch Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturen zusammen. Wallfahrten dienten und dienen dem Austausch untereinander und ermöglichen auch heute eine Erfahrung der Zusammengehörigkeit im Glauben. Diese Erfahrungen sind nicht nur auf Echternach, Trier und Santiago de Compostela beschränkt; wir erleben dies auch z.B. in Rom, in Lourdes, ja selbst in Aachen bei den großen Heiligtumsfahrten.