Im Mittelpunkt für den Impuls im Monat September steht eine Bushaltestelle:
„Engel des Herrn, Düren, Linien 239 & 296
Was für ein himmlischer Ort sich hinter dieser Haltestelle verbirgt? Düren Derichsweiler, natürlich! 😉 Der Name der Haltestelle geht wohl auf eine Kneipe zurück, die sich hier finden ließ.“ (Blog des AVV)
Ich bin wiederholt an dieser Bushaltestelle mit dem Auto vorbeigefahren. Als ich den Namen der Bushaltestelle vor zwei Jahren das erste Mal bemerkte, war ich erstaunt. Heute halte ich beim Vorbeifahren Ausschau nach ihr.
Mich erinnert die Bushaltestelle an eine Sage aus dem Buch „Rheinische Legenden“ von Goswin Peter Gath -Copyright 1955 by Greven Verlag Köln.
Die Legende „Versöhnung der Feinde“ erzählt, dass unweit von Derichsweiler ein Graf von Merode mit einem Grafen von Horn verfeindet lebte.
Eines Tages auf dem Weg nach Düren hörte der Graf von Merode frühmorgens das Angelusläuten. Da er ein frommer Mann war, stieg er von seinem Pferd ab, kniete nieder und betete den Engel des Herrn.
Der verfeindete Graf, der wusste, wo er seinem Todfeind auflauern konnte, traf ihn beim Gebet an und ließ ihn sein „letztes Gebet“ verrichten, um ihn dann aus dem Hinterhalt zu töten.
In der Legende heißt es, dass es dazu nicht kam. Ein hell leuchtendes Licht strahlte auf – darin sah er Maria mit erhobener Hand. Er kniete sich. Auch er betete den Engel des Herrn und spürte eine Veränderung in sich als ob eine Verkrampfung sich löste.
Das Ende lässt sich erahnen, beide Grafen begegneten sich, reichten sich die Hand und schlossen miteinander Frieden.
Das Läuten der Glocken ist eine Erinnerung, den „Engel des Herrn“ zu beten und der älteren Generation vertraut. Mich erinnert es, um Frieden zu beten.
Ich wünsche uns Frieden im Kleinen und im Weltgeschehen. Dass sich die Verhärtungen des Hasses und der Machtgier lösen und wir uns die Hände reichen, um Frieden zu schaffen.
Schwester Lucia Maria Pastorale Mitarbeiterin