Der Juni ist bei uns ein besonderer Monat. Auf den Feldern steht das Getreide hoch, die Wiesen duften nach Heu, und die ersten warmen Tage lassen spüren, dass der Sommer vor der Tür steht. In dieser Zeit feiern wir drei Feste und Erfahrungen, die uns als Gemeinde besonders nahe sind: die Pfingstzeit, Fronleichnam und den Beginn des Sommers.
Pfingsten erinnert uns daran, dass Gottes Geist wie ein frischer Wind durch unser Leben geht. Auf dem Land wissen wir, wie wichtig der richtige Wind ist: Er trocknet das Gras, bewegt die Felder und bringt manchmal genau die Abkühlung, die wir brauchen. So wirkt auch Gottes Geist – unsichtbar, aber spürbar. Er stärkt, richtet auf und schenkt Mut für das, was ansteht.
Fronleichnam führt uns hinaus auf die Wege unserer Orte. Wir tragen Christus dorthin, wo wir leben und arbeiten: an Fachwerkhäusern vorbei, über Feldwege, an Gärten und Höfen entlang. Es ist ein stilles Zeugnis: Christus gehört mitten in unseren Alltag, in unsere Familien, in unsere Sorgen und Hoffnungen. Die Blumenteppiche, die Kinder, die Musik – all das zeigt, wie sehr unser Glaube hier verwurzelt ist.
Und dann der Sommeranfang: Die Natur steht in voller Kraft. Vieles wächst, manches reift, anderes beginnt neu. Wir erleben, wie Gott seine Schöpfung segnet – und uns mit ihr. Vielleicht lädt uns der Juni ein, einmal bewusst hinzuschauen: Was wächst gerade in meinem Leben? Wo spüre ich Gottes Segen? Welche Wege öffnen sich?
Der Juni verbindet Geistkraft, Gegenwart und Wachstum. Er erinnert uns daran, dass Glaube nicht nur in der Kirche stattfindet, sondern auf den Feldern, in den Ställen, in den Gärten, in den Begegnungen in unseren Orten.
Möge dieser Monat uns helfen, Gottes Nähe zu entdecken: im Wind der Pfingstzeit, im Brot des Lebens, das wir durch die Straßen tragen, im Licht des Sommers, das unsere Tage weitet.
Winfried Zeller, Diakon